„Die Bürger“ und das Festspielhaus
24. Juni 2009
Im General-Anzeiger tobt mal wieder ne Debatte. Was heißt „mal wieder“; es ist eine schier endlose Debattiereri über das Festspiel-Haus. Es soll ja endlich statt der hässlichen Beethovenhalle entstehen, wenn – ja wenn! – sich nicht doch noch die Zauderer, Ewiggestrigen und die Besserwiesser und Miesmacher durchsetzen sollten.
Hans Schafgans beispielsweise, schreibt in einem Leserbrief: „Eine Stadt, die mit der Abrissbirne solche Denkmale (gemeint ist die Beethovenhalle, die Red.) plattmacht … verliert ihre kulturelle Identität und wird für beliebig gehalten.“ Madre nostra! Der Herr Schafgans, dessen Namen mit den Brettern vorm Kopf verbunden wird, weil er sich einer demokratischen Entscheidung nicht fügen wollte. Der Schafgans lässt sich durch Professorentitel leiten und „bestätigen“ und bescheinigt ihnen eine „große Bedeutung“
Wir fragen uns, ob es zum Bau des Kölner Doms gekommen wäre, wenn es damals schon diese Professores und Herrn Schafgans gegeben hätte. Vermutlich hätten sie über den zerstörenden Blick auf den Rhein“ lamentiert und den Bau verhindern wollen. Hätten sie natürlich nicht geschafft, weil es ja die Katholische Kirche war, die gebaut hat.
Was aber dem geistlosen Disput über den Neubau des Festspielhauses den Boden ausschlägt, ist, wenn von „den Bürgern“ die Rede ist. Da schreibt ein promovierter Sowieso, dass „viele Bonner Bürger“ so denken wie er, der gegen einen Neubau ist. Weil in der BH-Halle ja auch Bundesversammlungen stattgefunden hätten. Wir empfehlen Stephan Eisel und seinen Standpunkt (mit dem Mann muss man ja weißgott nicht immer übereinstimmen. Aber was ihn auszeichnet, sind seine Standpunkte“, auch auf die Gefahr hin, dass sie nicht von allen geteilt werden!).
Also: Aufgepasst, Politik! Aufgepasst, Bevölkerung! Hier sind mal wieder Rückwärtsgewandte am Werke, denen ihr Abiball oder der ihrer Bildungsbürgertochter in der BH-Halle wichtiger sind als die Zukunft unserer Stadt. Allen Respekt haben wir vor anderen Meinungen, das versteht sich von selbst. Aber was wir nicht mögen: Langweilige, schwerfällige, gestrige Schwätzer, denen sonst kein Thema mehr einfällt, mit dem sie sich in den Leserbrief-Spalten des GA verewigen können. Das sind die Behinderer der Zukunft.
Sie können ja zuhause gern so leben. Aber wir sagen Euch: Lasst die Stadt dabei aus dem Spiel, sie gehört nicht Euch (allein)!
Schließlich: Wer sich dafür interessiert, wie engagiert der Sozi Kelber diese Debatte verfolgt, folge diesem Link. Die letzte Pressemitteilung ist aus dem November 2007 (ja, richtig gelesen!). Der wartet wieder mal ab und springt dann auf den vermeintlichen Mehrheitszug. Das sind die Leute, die sich von der Industrie Zehntausende Euros für den Wahlkampf geben lassen und einen auf „kleine Leute“-Mann machen. (Mehr zu diesem Punkt demnächst.)
Anti-Fascho-Erfolg…
21. September 2008
… mit Fragezeichen danach. Wir teilen die Auffassung von Matthias Hannemann. Der schreibt für die FAZ am Sonntag. Ja, es sind Nazis, europäisches Durchschnittsgebräu an dummer, dreister und abzulehnenden Mixtur aus Biederleuten und Brandstiftern, wenn auch ohne Mollis. Dennoch: Hannemann stellt eine gute Frage, und zwar die nach der Ordnung der Dinge. Ein Auszug, der mir hoffentlich keine Klage des Frankfurter Sozietätsverlages einbringt (liebe Frankfurter: Wenn ich das nicht darf, Euch hier verlinekn: Bitte Mail an mich oder in die Kommentarspalte. Ich nehme es sofort wieder raus und formuliere es selbst;-)
Auszug Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 21. September 2008:
In Köln, an diesem Samstag im September, singt man viel von Demokratie und Meinungsfreiheit und kann sie – so schmerzhaft das ist – im Grunde nicht ertragen. Man hätte die Rollläden herunterlassen können am Heumarkt. Man hätte stille Zeichen setzen können, so wie es Anwohner in den Schaufenstern mit Blumen und Protestzetteln versucht haben, stillen Widerstand leisten wie die Hoteliers und Taxifahrer, die sich weigerten, Teilnehmer des Kongresses zu beherbergen und in die Stadt zu fahren. Man hätte alles dafür tun können, um dem provokanten „Antiislamisierungskongress“ der Rechtspopulisten die Aufmerksamkeit zu entziehen.
Was bleibt, ist der Kampf gegen Nazis und andere Links- oder Rechtsfaschisten. Was aber auch, ist die Freiheit der Meinungsäußerung, dieses unveräußerliche Recht in einer demokratisch verfassten Gesellschaft.
Arschlöcher.
17. August 2008
Man sollte sie bei ihren Namen nennen. Frei nach Voltaire am besten. Der hat mal gesagt (soweit wir uns an das Zitat richtig erinnern): „Ich mißbillige, was Sie sagen. Aber ich werde mich bis zum letzten Blutstropfen dafür einsetzen, daß Sie sagen können, was Sie sagen wollen.“
Nun muß man Nazis nicht unbedingt Siezen. Aber nehmen wirs mal nicht so genau. Es sind eh Arschlöcher. Und Siezt man die? Nein, jedenfalls nicht die Drahtzieher. Die „Pro Köln„-Typen, die Le Pens und wie sie alle heißen. Die NPD, die Nazis und die anderen Totalitaristen. Dabei finden wir beides – links- und rechtsextreme Scheiße – gleichermaßen inakzeptabel.
Never again?
10. August 2008
Rot?
Braun?


