Da staunen wir. Dem General-Anzeiger entnehmen wir den OB-Sieg des parteilosen Mannes aus der Beueler Gesamtschule. Der hat ja mal eine bittere Niederlage erleiden müssen. Damals, Mitte der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, da war er einer der heftigsten Befürworter einer weiteren Gesamtschule – ausgerechnet auf dem Hardtberg, dem Balkon von Bonn. Da, wo eine Lobhudelei nach der anderen für die dortigen Schulen eintrudelte: Gymnasium, Hauptschule, Realschule: Alle hatten etwas besonderes, wurden hofiert, vorgezeigt und gelobt.
Aber dann gab es eine Art Schulstreich: Rot/Grün wollte diese drei Schulen eindampfen, ohne Vorankündigung. Und Oberlehrerin Dieckmann, die die Stadt ja bald von sich selbst erlöst, machte mit – bis sie merkte, dass es ihr persönlich schaden könnte. Dann ruderte sie zurück. Wie so oft, wenn es nicht mehr opportun war oder sie fürchtete, aus zu rutschen.
Achja, was hat das alles mit der FPD zu tun, der sich selbst so nennenden Liberalen? Viel hat es damit zu tun, meinen wir von ZwoZwoAcht. Denn der geneigte FDP-OB-Quotenkandidat Hümmrich bleibt bei seiner Kandidatur. Sonst würde mit einiger Sicherheit der CDU-Mann Dürig OB. Die Linken von SPD über SED bis Grüne und Piraten und wem sonst noch müssen sich die Hände reiben.
Hümmrich hat nicht die kleinste Chance, OB in unserer Stadt zu werden. Irgendwie interessiert sich auch niemand wirklich für ihn – als Kandidat. Er hat zwar ein gutes Renommé, nicht nur bei bürgerlichen Leuten. Er ist kein Krawallmacher. Er ist seriös. Sagen die, die mit ihm zu tun haben. Er ist nicht link. Er ist ehrlich. Auch das sagen die Leute. Ist er das, ehrlich? Oder gar offen? Wir glauben: Nein, das ist er nicht.
Wenn er in seinem ausgesprochen miserabel gemachten YOU TUBE-Filmchen von „insofern“ und „auch“ und „schon“ und „Quantität, aber auch Qualität“ redet, interessiert das – jedenfalls in der virtuellen Welt – gerade mal 195 User – in zwei Monaten. Teilen wir 195 einfach mal durch sechszig Tage, dann haben wir den Durchschnitt des Interesses. Und trotzdem kandidiert er.
Vielleicht muss er ja. Und der Guido hat ihm gesagt: „Werner, da musst Du ran.“ Ein ungeschminkter Westerwelle sagt auch, dass man den Hümmrich wählen solle. Auch bei YOU TUBE. Warum sagen beide nicht: „Wir können ja nicht OB werden, also unterstützen wir den Dürig von der CDU!“ Das wäre mal ein ausgesprochen beeindruckender Beleg für die Wirtschafts- und Rechenkompetenz, von der die FDP doch so gerne redet.
So, wie SPD und Grüne das in Köln vormachen: Da unterstützen – ganz offen – die Grünen den SPD-OB-Kandidaten. Mit einem Umfrageergebnis, von denen andere noch träumen. Also FDP: Gebt Euch endlich einen liberalen Ruck hin zur bürgerlichen OB-Mehrheit für diese unsere Stadt!Das wäre glaubwürdig, auch im Hinblick auf Berlin.

