Sechzig Jahre. Weise? Naja.

Die Sozis haben sich ganz schön schwer getan mit dem Geburtstag der Be-Er-Deh. Schließlich hatten sie Jahrzehnte warten müssen, bis sie selbst mal dran waren in der Regierung der Bundes-Republik, die inzwischen nur noch als „Republik“ verbal grassiert. Das Föderale findet im Wort nicht mehr statt. Aber das ist ein anderes Thema, ein preußisches sozusagen.

Nun ist ein großes Fest in Bonn angekündigt – mit OB und allem, was Rang und Klang hat. Einen ganzen Tag gönnt sich die Bundesstadt, den Geburtstag zu feiern. Erst der CDU-Mann Eisel hatte sehr öffentlich auf das Jubiläum hinweisen müssen. Schon früh, und immer wieder legte er nach. Zuletzt am Maifeiertag, als er Angie als Kronzeugin nochmals bemühte. Dabei lohnt sich sowas auch für den städtischen Tourismus. Dass solche Feiern, auch natürlich das Zögern zu solchen Feiern, satirisches Potenzial birgt, zeigt das Pantheon. Wir sind gespannt, obs wirklich satrisich oder wieder einmal nur doof zugeht, und flach.

Achja: Der Grund für die Sozis zur Feierverweigerung – am Anfang war das Schweigen – lässt sich schlicht erläutern, und aus linker Republiksicht sogar verständlich: CDU-Bundeskanzler Adenauer, FDP-Bundespräsident Heuss undsoweiterundsoweiter. Bis dann endlich Brandt kam, dauerte es aus deren Sicht ne Ewigkeit. Dauerte allerdings ja auch nur dreizehn Jahre.

Sechzig Jahre Grundgesetz ist tatsächlich ne ausgesprochen feine Sache. Andere Länder beneiden uns um uns. Nur wir eher nicht. Weil wir nunmal Deutsche sind. ZwoZwoAcht freut sich aber auch. Wir finden das GG sehr cool. Das zeitgleiche Jubiläum Mauerfall ist weiteres Futter zum Nachdenken. Gut, dass sich diese Daten so zeitgleich abspielen. Wir Zeit, dass auch der Mauerfall und das, was da drüben vorher so alles gelaufen ist, wieder mal auf den Tisch kommt. Übrigens auch, dass der Stasi 2.0-Mann Schäuble damals für die Vernichtung der Stasiunterlagen war. Eigentlich jedenfalls.