Es regnet Orhfeigen

Die Bonner Wolken verziehen sich.

Dass sie nicht da war, können wir von der ZwoZwoAcht-Truppe gut verstehen. Bei der ersten Sitzung des neu gewählten Stadtrates fehlt Bärbel, die Große, Mächtige, Unverbesserliche, Arrogante – die Lächlerin. Das Lächeln, das sie so sehr zelebrierte während ihrer viel zu langen OB-Herrschaft, muss ihr gefroren sein. Denn was der neue OB da macht, ist eine Ohrfeige nach der anderen für die Vorgängerin.
Mehr Bürgernähe. Direktere Demokratie. Mehr Mitwirkung. Schulnoten für ihn nach zwei Jahren vom Stadtrat – das will er. Dieser OB ist aus anderem Schrot und Korn. Der ist nicht nur anders. Bei dem machen wir uns – noch – keine Sorgen. Aber wirklich gar keine. Erstmal.

…, die sich die alte OB da einfängt von ihrem Gesamtschulnachfolger. Der will „mehr Demokratie wagen“, wie WB damals. Gute Idee.

Wurde auch Zeit, oder? Die teils recht unbeherrschte, herrische Dame hat ja jede Menge Bastanummern abgezogen und – ganz sie selbst – kaum Debatten zugelassen. Geschweige denn zugehört. Jetzt haben wir nen Twitterer, und noch einen dazu, der nicht nur eindimensional kommuniziert - jedenfalls noch.

Weh Weh Weh, Liebe zu Bonn.de

Weh Weh Weh, Liebe zu Bonn.de

Dass die Bonner Medien ausgesprochen unkritisch sind, was alles Offizielle angeht – vor allem gegenüber Stadtoberhäuptern -, das ist allseits bekannt. Und einigermaßen furchtbar. Dass aber selbst die parlamentarische Opposition nicht mal kurz diese Ohrfeigen von Nimptsch an die alte OB auffreift: Das zeigt sie ganze Konturlosigkeit der Christdemokraten in dieser Stadt.

Die CDU grinst durch ihren Chef Voss aus der Homepage, aus reiner „Liebe zu Bonn“. Weiß gar nicht, wie er es erklären soll, dass er hauptverantwortlich ist, dass Stephan Eisel den Wahlkreis nicht holen konnte. Was kann man von dieser Partei in dieser Stadt für diese Legislatur wohl erwarten?

Westerwelle does not

22. Oktober 2009

speak English. Not even for runawayz. Maybe this could be a gift if this little pimpy has becum the foreign minister of this GREAT Deutschland.

Any suggestions?

Da war er wieder, nach langer Zeit. Der echte, der wahre Gu-ido. Unser Westerwelle. Gut, er war nie anders. Nur outet er sich nicht mehr so oft. Jetzt ist er wieder da: Offen, ehrlich, arrogant. Einer, der die intellektuellen Beißerchen in den Becher gelegt hat. Mit einem Wort:Er ist wieder schlicht, und auch einfach: Liberal. Manche nennen das auch inhaltsleer.
Er ist eben einer, der endgültig abgehoben und seinen Zählerkasten abgegeben hat, ist der Herr Rechtsanwalt aus der Alt-Stadt. Auf seiner Homepage (nein, der Link ist oben zu finden) rechnet der Wirtschaftsliberale seine eigene Logik vor:

foto: eff de pe (www.fdp.de)Bonn hat die durch den Regierungsumzug veränderte Situation gut genutzt. Dennoch bleibt die besondere Verantwortung, die der Bund gegenüber der Bundesstadt hat, bestehen. Bonn braucht eine starke Stimme in Berlin, auch darum bitte ich um Ihre Unterstützung. Geben Sie Bonn Einfluss.

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Nochmal lesen, und dann auf der Zunge zergehen lassen: „Geben Sie Bonn Einfluss.“

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DER AUSSENGUIDO – „Kann er gar nicht“, sagen die Deutschen
Ja, und? Ist doch cool, der Guido. Soll er doch kandidieren. Auch gegen Eisel, den CDU-Mann, mit dessen Partei er unbedingt eine Koalition machen will. Sagt er. Und fordert fast beschwörend von der Union, ihn – pardon: seine Partei – zur Prinzessin zu machen. Damit er, der Guido, endlich Außenminister werden kann. Dabei finden die meisten Deutschen, dass er als Außenguido gar nicht geeinget ist. Also: Dass er es gar nicht kann. Überraschung? Nein!

Aber jetzt mal ganz abgesehen von der Außendarstellung des Liberalen: Er will das Direktmandat, also die erste Stimme von den meisten Bonnern. Damit er direkt gewählter Abgeordneter werden kann. Weil er findet, dass der Einfluss für Bonn in Berlin nicht groß genug sein kann. Sie können folgen?

BIZARRES ZÄHLWERK
Wir nicht mehr. Zwozwoacht hat einigermaßen geplättet sein Statement dazu vernommen. Aufgeschreckt von derartigem Selbst-Bewusstsein haben wir unsere ZwoZwoAcht-eigenes Arithmeum gebeten, das einer genauen Prüfung zu unterziehen. Und sind eingetaucht in das bizarre Räderwerke des mechanischen Rechnens.

Die Experten teilten uns folgende, wenig erstaunliche und vor allem rheinische Erkenntnis mit: Dreimohl Null es Null es Null. Mit anderen Worten: Es gibt nur einen Direktkandidaten, deswegen heißt der so. Westerwelle ist sowieso im Bundestag, selbst, wenn die FDP nur 5,0 % bekäme. Er ist ja der Spitzenkandidat. Das heißt nur so. Keine Sorge.

Wenn der also so-wie-so drin, im Bundestag, sagen wir uns: Muss der Guido also gar nicht direkt viele Stimmen bekommen. Weil er so-wie-so drin ist. Und es wären dann aus BONN zwei Leute drin genau für die Koalition, der er ja auch will. Die zwischen der CDU und seiner FDP. Würde er den CDU-Mann Eisel unterstützen, bekäme der von ein paar FDP-Wählern Stimmen und wäre weiterhin drin – wie Westerwelle so-wies-o. Jede andere Variation ist liberaler Muckefuck.

WER WESTERWELLE WÄHLT, HILFT DER SPD UND KELBER
Westerwelle, finden wir, hat jede Bodenhaftung verloren. Glaubt allen Ernstes, Genscher zu sein. Weil der direkt nach dem Fall der Mauer in seiner Heimatstadt Halle als erster FDP-Mann ein Direktmandat geholt hat. Der Guido wie der Genscher! Unfassbar. Womöglich entpuppt sich das Flehen nach Schwarz-Gelb, das wir vom Westerwelle so oft vernehmen, am Ende als Ablenkungsmanäver für Rot-Gelb-Grün? Dann wäre er aber umgefallen, der FDP-Führer. Aber das kennen wir ja von denen schon.

Nur wer Eisel wählt, stärkt in Wahrheit die bürgerliche Mehrheit. Wer Westerwelle direkt wählt, unterstützt den SPD-Mann Kelber. Wenn man das will, soll man und kann man das tun. Ist ja Demokratie hier. Soweit alles okay. Aber wer wie der FDP-Chef die BonnerInnen auffordert, ihn mit der Erststimme zu wählen anstatt Eisel (CDU), soll aufhören, über eine bürgerliche Mehrheit im Parlament zu schwafeln und die Leute zu verschaukeln. Und uns schon mal gar nicht, bitte.

post scriptum Echt, lieber Herr Dr. Westerwelle: So weit wollen wir nicht gehen wie dieser Block hier hinter diesem Link. Aber Fairness und Anständigkeit, finden wir in der ZwoZwoAcht-Redaktion, gehören – lieber Herr Dr. Westerwelle, dazu. In Berlin. Und vor allem in Bonn. Aber vielleicht sind Sie hier einfach zu selten.

screen-capture

Sie hatten Spaß, sind aber irgendwie nicht wirklich wahrgenommen worden. Unsere Bonner Piraten.

Am vergangenen Wochenende unternahm CONTRA NRW den versuch, sich in der Bonner Innenstadt in Szene zu setzen. Ausgerechnet auf dem Friedens-Platz. Eine Handvoll rechter Leute rottete sich zusammen. Mehr als doppelt so viel Polizei schützte die Radikalen. Ist gut so. Schließlich sind wir hier mehrheitlich bei ZwoZwoAcht eindeutig gegen ein NPD-Verbot und für die Freiheit der Demonstration. Auch für die von Gegendemonstranten.
Die gab’s auch aus Schüler- und Studierenden-Ecke. Merkwürdig, dass sie sich irgendwie als Trittbrettfahrer gerieren. Als Vorwand nutzen sie die CONTRA NRW-“Kundgebung“. In Wirklichkeit nutzen sie das vor allem, um über ihren infantilen Bildungsstreik zu fabulieren. Es scheint ihnen nicht besonders ernst zu sein mit ihrem Anliegen, wenn sie alles miteinander vermixen. Naja, Kinder:-)
Da gefallen uns die Pirtane schon besser. Sind irgendwie mit mehr Spaß dabei. Und nicht mal aggressiv. Heiter eher.
Merkel auf unserem Marktplatz.Die sammeln sich über Twitter, verabreden sich dort und marschieren dann auf den Marktplatz, wo unser aller Kanzlerin auftrat. Bemerkt hat sie kaum jemand wirklich. Aber sie haben Fun. Immerhin. Wenn man sie nach Rente, Finanzkrise und Auslandseinsätzen der Bundeswehr fragt, erntet man meistens Schweigen. Oder eher wirres Zeug. Aber nett sind sie.

A propos NPD-Verbot: Was soll das? Wenn die Demokraten es nicht hinkriegen, die mit friedlichen Argumenten klein zu machen, nützt auch kein Verbot.