Deliktsfähiges Verhalten? Großartige SchuldenBilanz der OB
15. November 2008
Hammer, oder? Wir erinnern uns an die Lobhudeleien und dem nicht zu unterbietenden positiven Einheitsbrei der Bonner Medien bei der OB-Ankündigung, uns künftig von ihrer Beherrschtheit zu befreien. Super sei das gelaufen, was SIE für die Stadt, ihre Vaterstadt und Mutterstadt, erreicht habe. Grandios, diese Frau, die sich so für IHRE Stadt eingesetzt habe. Absolut geil, cool, krass – das ist die OB gewesen beziehungsweise immer noch. Denn bisher hat SIE ja nur angekündigt, dass SIE gehe. Wenn SIE auch bleibt, nämlich ehrenamtlich, was ja aller Ehren wert ist. Das sei nicht verschwiegen. In ein paar Tagen ist es soweit, dann soll SIE gewählt werden. Ob SIE da mit dem anvertrauten Geld besser umgeht?
Jetzt ist plötzlich alles anders. Wir nehmen zur Kenntnis – geschockt, überrascht, erstaunt -, dass diese Oberbürgermeisterin, die sich für ihre Vaterstadt so ungeheuerlich ins (vorbereitete) Bett, pardon: ins Zeug gelegt hatte, eine Horrorbilanz ablegt.
Bonn ist sowas von überschuldet, dass es einem die Sprache verschlägt. Jeder Bonner hat nämlich 4000 (in Worten: viertausend – so schrieb man das früher, liebe jungen Menschen, die ihr das nicht mehr kennt, auf sogenannte Euroschecks, aus Papier waren die) Euro Schulden. jeder. Auch jede. Und auch die, die gerade zum ersten Mal in die Windeln, naja, Sie wissen schon. Scheiße, oder?
Nun gibt es ja gottlob Schuldige: die großen Unternehmen, die nicht genügend Steuern bezahlen. Das nennt man wohl so eine Art eine vorauseilende Einwandswiderlegung.
Der Bonner Stadtsäckel ist noch „weiter geschrumpft“. Süß, oder, wie die Radiomännchen das beschreiben. Kinder, der ist nicht geschrumpft, sondern da hat jemand falsch gehandelt. „Ist geschrumpft“, also ob das von selbst geschähe. Wir helfen Euch – siehe nächster Absatz.
Wenn wir bei ZwoZwoAcht, sagen wir mal, 100 Euro hätten, die wir uns verdient haben. Etwa durch Werbung oder durch sonstwas. Dann hätten wir 100 Euro. Capito bis hierher? Gut! Wenn wir aber dann 137 Euro ausgäben, dann hätten wir 37 Euro Schulden. Dann wäre ja nicht der ZwoZwoAcht-Säckel geschrumpft. Wir hätten dann vielmehr zu viel Geld ausgegeben. Nämlich genau siebenunddreißig Euro. Unser Säckel wäre nicht – sozusagen von selbst – geschrumpft, sondern WIR hätten Mist gebaut. Das wäre doof. deswegen tun wir das auch nicht. Es wäre als ein aktiver Akt des Zuvielgeldausgebens gewesen. Und nichts wäre einfach so geschrumpft. Hier könnt Ihr Euch das mal ansehen. Und wenn Ihrs nicht richtig erkennen könnt: Durch Draufklicken wirds noch grüßer.
Bei uns ginge das ja noch. Weil wir ja Privatleute sind, eine Firma vielleicht oder eine Gruppe von Nörglern, die sich ständig öffentlich äußern müssen. Bei „der Stadt“ ist das aber anders. Die Jungs und Mädels – geführt (naja) von der OB – müssen anders denken. Eigentlich. Tun sie aber nicht, siehe Schulden.
Wir sind freudiger Erwartung, in den kommenden Tagen die Kommentare von General Anzeiger, Bonner Rundschau, Radio Bonn/Rhein-Sieg und allen anderen Medienschaffenden in dieser Bundes-, UNO- und Beethovenstadt (die ja jetzt ne tolles neues Logo hat) zu lesen.. Da werden wir bestimmt erkennen, was unabhängiger, kritischer Journalismus bedeutet. Sogar, wenn es um die OB geht.
Achja: Die Frage der Schadensersatzpflicht wird in Deutschland im Bürgerlichen Gesetzbuch BGB durch den §823BGB geregelt. Da steht aber nix von der OB, wir jedenfalls haben auch durch unsere juristischen Crax, nix finden können. Wer also ne Idee hat: Schreiben Sie uns!

Die sind schuld. Oder? Photo: ZwoZwoAcht
