Kein Wort. Nirgends.

5. August 2008

Der liebe Guido hat Kreide gefressen. Kennt man gar nicht. So staatstragend.

GW zu BD auf dem MMP in BN. Increibile!

Und jetzt, meine Damen und Herren:
Auszug aus einem noch nicht publizierten Blogeintrag

Kaum jemand hatte so viel Talent. Das mussten auch bald christdemokratische Besserwisser oder konservativ-liberale Luftnummern eingestehen. Nicht gern, aber sie mussten. Kaum jemand hatte ihr das zugetraut, nicht einmal ihre engsten Sozi-FreundInnen. Der einzige Mensch, der wusste, wie es ging, war sie selbst. Frau Dieckmann, mit einem weithin – zu Recht – als glück- und erfolglos agierenden Justizminister verheiratet, nahm die Arbeit auf. Sie startete fulminant, neunzehnhundertvierundneunzig. Es sollten in der Tat die besten Jahre der alten Bundeshauptstadt werden. Sie arbeitete alles ab, was ihr die Vorgänger vorbereitet hatten: Milliarden aus dem Berlin-Bonn-Ausgleich ließen sie ins Füllhorn greifen. Die Straßen waren bereits geteert, und Forschungs- wie andere Einrichtungen wurden herübergereicht ins Rheinland, ohne dass sie dafür auch nur einen kleinen Finger zu krümmen gehabt hätte. Ja, noch mehr: Sie durfte, was sie am liebsten tat – und vermutlich auch weiterhin tun wird: posen. Immer nett posen für die Fotografen, die Fernsehleute und sogar fürs Radio brachte sie ihr Bärbel-Dieckmann-Lächeln akustisch zur Vollendung.

Aber immer da, wo selbständig Entscheidungen zu treffen waren, griff sie in die politische Gülle. So wollte sie – überfallartig – einen nur Wochen zuvor von ihr selbst als „vorbildlich“ bezeichneten Schulkomplex bildungspolitisch dem Erdboden gleichmachen: den Hardtberg. Bilinguales Gymnasium – wozu? Mehrfach international ausgezeichnete Realschule – ist das noch zeitgemäß? Integrationswunderwaffe Hauptschule – das machen wir anders! Mit dem Zorn aller hatte sie nicht gerechnet, weil sie zu sehr mit dem Posen beschäftigt gewesen war und die reine Leere vertrat: die der Gesamtschule nämlich. Da, wo sie selbständig entschied, hat sie oft versagt. Der Beispiele ließen sich weitere anfügen. Gerettet hat sie die Gunst der Zeit, weil das Wesentliche vor ihrem Amtsantritt bereits entschieden gewesen war.

Der Himmel geht wieder auf.

Nein, Frau Dieckmann, verheiratet, zwei Zwillinge: Sie ist keine wirklich große OB gewesen, nur eine lange. Das manifestiert sich in ihrem selbstherrlichen Abgesang auf sich selbst, den heute alle lesen, hören und sehen konnten. „Ich, ich, ich“ sind die herausragenden Worte ihrer Erklärung, „meine“ Stadt, und sülzend, triefend „der ich dienen durfte“. Es findet sich kein Dank an Helmut Kohl, Peer Steinbrück, nicht an Kurt Beck. Kein Landrat Möller hat etwas dazu beigetragen.

Kein Wort. Nirgends. Niemand anders als sie. So ist sie. Es ist gut, dass sie geht. Das selbstgerechte Lächeln ist nur schwer zu ertragen – schon lange.“

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